Flecken im Gesicht

Liebe Hautversteher,

heute erfahrt Ihr etwas über die Pigmentflecken  (Hyperpigmentierung ). In meiner Praxis habe ich fast täglich damit zu tun. Und wer betroffen ist, weiß, dass es sich um ein schwieriges Hautthema handelt. Die meisten möchten diese unschönen Hautstörungen loswerden.  Das ist nicht immer so einfach, weil Pigmentstörungen unterschiedliche Ursachen in der Entstehung haben. Hier gibt es oftmals eine große Unsicherheit was genau machbar ist in der Behandlung.
Hier erst einmal eine Übersicht und Beschreibung:

Begriffs-Erklärungen:

Sommersprossen:  (Epheliden) sind schon in der Kindheit vorhanden. Insbesondere bei hellhäutigen und rothaarigen Kindern.

Altersflecken (Lentigo solaris) entstehen in Laufe des Lebens, insbesondere an den Stellen die dem Licht ausgesetzt sind (Gesicht, Hände, Dekolette) bei Männern mit Glatze auf dem Kopf.

Melasma (veraltet Chloasma) entstehen durch hormonelle Ursachen. Meistens durch Schwangerschaft oder Schilddrüsendysfunktion oder durch die Einnahme von Antikontrazeptiva (Pille).

Nävus pigmentosus (Cafe-au-Lait-Fleck). Diese Flecken sind gleichmäßig hell- bis dunkelbraun. Diese Form ist meistens von Geburt an vorhanden. Auch der Nävus spilus sieht so aus, hat eher einige Einsprenkelungen.

Eine Besonderheit ist die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo): Hier handelt es sich nicht um braune Flecken, sondern um weiße. Hier fehlt der Haut an diesen Stellen das Pigment Melanin. Eine eher wirklich unschöne Sache. Man weiß nicht so genau was die Ursache dafür ist. Vermutet wird eine genetische Disposition oder auch eine Autoimmunreaktion des Körpers. Diese Erkrankung ist harmlos, dennoch wird sie als sehr störend von den Betroffenen empfunden.

Es gibt noch eine Reihe mehr an Beschreibungen von Pigmentflecken, aber die jetzt hier alle aufzuführen bringt eher Verwirrung. Da braucht es eine ausführliche Beratung .

Cave: Wichtig ist auf jeden Fall, bei plötzlich auftretenden Hautveränderungen oder Unsicherheiten, bitte immer einen Dermatologen konsultieren.  Sobald auch etwas erhaben wird (also nach oben wächst) lasst dies bitte immer prüfen. Auch hinter einer harmlos erscheinenden Pigmentstörung kann eine Erkrankung wie zum Beispiel Hautkrebs stecken.

 

Ursachen:

Verursacht werden Pigmentflecken durch Melanozytgen, dies sind Hautzellen (pimentbildende Hautzellen), die in einer besonderen tieferen Hautschicht sitzen (z.B. in der Basalzellschicht).  Diese produzieren den Hautfarbstoff Melanin. Das kennt Ihr. Sobald wir uns der Sonne aussetzen werden diese Zellen aktiv. Es entsteht der Bräunungseffekt . Chemisch gesehen schützen uns diese Hautzellen davor, dass die UV-Strahlung nicht soviel Schaden an unseren Zellen anrichten kann. Das heisst, je brauner wird werden, je mehr sind diese Zellen aktiv. Sie wollen vor der schädlichen Verbrennung durch das Licht schützen.
Also gut dem, der viele von diesen Zellen besitzt. Die hellhutigen Menschen verfügen genetisch nicht über ein dichtes Netz. Deshalb ist hier die Sonnenbrandgefahr um einiges größer als Menschen mit einer dunkleren Haut.
So aber nun weiter im Text: Wenn sich jetzt an einigen Stellen übermäßig viel Melanin bildet, entstehen Flecken. Das kommt daher, das das Netz der Melanozyten in der Unterhaut unterschiedlich angelegt ist. Sie liegen nicht gleichmäßig im Gewebe. Und je älter wir werden, je ungleichmäßiger wird dieses Netz. Das ist die Erklärung durch die Strahlung. Aber es gibt noch  weitere Faktoren.

Begünstigt wird die Bildung von Pigmentflecken auch die weibliche Hormone.  Frauen, die Verhütungsmittel nutzen haben häufiger Pigmentflecken. Und auch während der Schwangerschaft treten solche Pigmentstörungen gerne auf. Meistens oben an der Stirn oder rund um den Mund. Die gute Nachricht, diese verschwinden meistens wieder wenn das Kind auf der Welt ist.

Aber auch bestimmte Arzneimittel erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut und können ebenfalls Pigmentstörungen begünstigen. Zum Beispiel  Antibiotika, während einer Chemotherapie, aber auch Johanniskrautpräparate und Kortison. Dies habe ich öfters in meiner Praxis. Hier ist es auch so, dass nach Absetzen der jeweiligen Präparate sich das Hautbild wieder reguliert. Tipp: Hier ist es wichtig, sich in dieser Zeit sehr gut mit Sonnenschutzmitteln zu schützen.

Weiterhin können Pigmentstörungen auch in Zusammenhang von Erkrankungen auftreten. Zum Beispiel kann die Haut nach Verbrennungen oder einer Infektion in bestimmten Bereichen dunkler pigmentiert sein. Aber auch nach einem Insektenstich und Hauterkrankungen wie Psoriasis oder Akne. Weiterhin ist auch das Vitaminsystem zu betrachten. Also wenn jemand urplötzlich dunklere Flecken bekommt ist immer einiges abzuklären. Vitamin  B 12 zum Beispiel.

Behandlungsmöglichkeiten:

Es gibt einige gut funktionierende Behandlungssysteme, die in der kosmetischen oder ästhetischen Praxis angewendet werden. Hier gilt es immer zuerst herauszufinden , um welche Art von Pigmentstörungen es sich handelt. Wenn zum Beispiel der Grund ist. Dass gerade eine hormonelle Störung vorliegt, kann von außen nicht wirklich sinnvoll eingegriffen werden. Handelt es sich durch Fleckenbildung durch zu viel Sonne, sind  in den lichtarmen Monaten gute Behandlungen möglich. Hier gibt es verschiedene Ansätze. Das kann zum Beispiel die  Mikrodermabrasion, Einsatz von  Fruchsäuren oder Laser sein.  Mein Favorit sind die Fruchsäurebehandlungen in Kombination mit Abtragungen. Da es hier verxchiedene Stärken gibt, ist es möglich, sehr individuell zu behandeln. Tolle Sache.

Eine gute Beratung und Durchführung ist immer Voraassetzung für einen guten Erfolg.

Fragen, dann fragt Eure Hautversteherin Silvia

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